Sallah Abdeslam – Ein Dokument über Anschlagsziele in Deutschland ? – Eine Analyse


Drohungen des IS gegen Europa werden verständlicherweise mit Besorgnis aufgenommen. Mitten in diese Kerbe schlägt nun ein PDF-Dokument eines angeblichen IS-Aussteigers, welches sehr detailliert Anschlagsziele, insbesondere in Lübeck, nennt.

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Auf „dbbnews“ wird jener Brief als „Eilmeldung“ veröffentlicht und zum Download angeboten. Auszugsweise heißt es darin:

„Ich bin ein EX- IS Mitglied und es war der größte Fehler den ich je gemacht habe, mich manipulieren zu lassen und Dinge zu tun die ich nie wirklich tun wollte. Ich habe mich Wochenlang von Ort zu Ort geschlichen. Bis ich es über die Türkische Grenze geschafft habe. Ich will mit dieser Mail keine Vergebung, sondern nur die Wahrheit über die Situationen die sich mehr und mehr verschlechtern wird, wenn nichts getan wird, an die Öffentlichkeit bringen. Ich will auch nicht ins Gefängnis gehen für das was ich getan habe. Ich bin Sallah Abdeslam. Ich hoffe mit diesem Schreiben das IHR die Presse

meine Mail an die Öffentlichkeit bringt denn die Menschen dort draußen müssen die Wahrheit erfahren, und haben das Recht dazu. Vielleicht hilft es den noch bevorstehenden Krieg im diesem Jahr zu verhindern. Denn 2016, werden in den Augen des IS die Offiziellen 3.Weltkriege ausbrechen. Und Alle werden unter den Folgen leiden davon tragen. Denn der IS ist im Besitz von vier Atomaren Sprengköpfen drei davon vom Typ W25 und einen vom Typ W89. Ich  habe sie selbst gesehen. Eine ist für die USA, eine für Deutschland, eine für Frankreich und eine für Russland.“

 

Kurzanalyse


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– Sallah Abdeslam

Vielleicht klingeln bei einigen Lesern bei diesem Namen bereits die Ohren: Einer der Attentäter von Paris am 13. November 2015 trägt ebenfalls diesen Namen (allerdings mit einem l). Jener Salah Abdeslam soll mittlerweile wieder nach Syrien geflüchtet sein, so berichtete die FAZ. Ob es sich um dieselbe Person handelt, eine zufällige Namensgleichheit vorliegt oder der Name in dem PDF-Dokument nur ein Pseudonym ist, ist derzeit nicht klar.

– Die Atomsprengköpfe

Es soll sich um Atomsprengköpfe des Typs W25 und W89 handeln, welche sich im Besitz des IS befinden sollen und für die USA, Deutschland, Frankreich und Russland bestimmt sein sollen.
Unsere erster Eindruck ist, dass der IS anscheinend ein Kriegsmuseum geplündert hat.

W25-Atomsprengköpfe wurden 1954 in den USA als Bestandteil von Luft-Luft Raketen entwickelt, bis 1984 kamen sie noch zum Einsatz. Außer von den USA wurde jener Sprengkopf nur noch von Kanada verwendet.

W89-Atomsprengköpfe waren bis 1991 Bestandteil einer Luft-Boden Rakete der USA und finden ebenfalls schon lange keine Verwendung mehr.

Um jene Atomsprengköpfe nun also korrekt benutzen zu können, müsste der IS auch im Besitz von Kampfflugzeugen sein, welche jene Bomben über den jeweiligen Ländern detonieren lassen. Dies steht momentan außer Frage, ganz abgesehen davon, dass jene Sprengköpfe eine zu geringe Sprengkraft besitzen, um ein ganzes Land zerstören zu können.
Aber nehmen wir mal an, diese Sprengköpfe wurden ausgebaut und sonst wie dann „vor Ort“ gezündet, wie es in dem Dokument suggeriert wird: Dann müssten jene Sprengköpfe auch erst einmal in die jeweiligen Länder geschmuggelt werden. Die Größe spielt da weniger ein Problem, die korrekte Zündung eines solchen Sprengkopfes schon eher. Das ist kein Hollywood-Spielzeug mit rotem und blauem Draht, sondern schon ein wenig komplexer.

– Die Karten

Der IS scheint ein auffälliges Interesse an Lübeck zu haben, anders lässt es sich kaum erklären, warum so viele Brücken und andere Orte dort markiert sind.

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Netterweise scheint der IS die deutsche Version von Google Earth zu nutzen, die relevanten Karten auszudrucken und an die Wand zu hängen, damit sie für jeden IS-Attentäter einfach ersichtlich und abfotografierbar sind.

– Das PDF Dokument

Eilmeldung am 30. Januar? Wir sind ein wenig über „dbbnews“ verwundert, war doch zu diesem Zeitpunkt das PDF schon acht Tage alt.

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– Die Quelle

„dbbnews“ scheinen die Einzigen zu sein, die über jenes Dokument berichten, was ein wenig verwundert, wo doch jenes Dokument, so die Aussage des Verfassers, „an alle ihn bekannten Medien“ gingen. An dieser Stelle werden wahrscheinlich viele wieder „Lügenpresse“ schreien, da sie der festen Meinung sind, dass jene ihm bekannten Medien natürlich nicht darüber berichten durften.
Nur zu. Immerhin war „dbbnews“ ja so mutig, es nach acht Tagen als „Eilmeldung“ zu veröffentlichen.

Aber wer oder was ist „dbbnews“?

Sie selbst bezeichnen sich als „freie und unzensierte Presseagentur im Staatenbund Deutscher Völker“. Jener Staatenbund ist ein Fantasiegebilde, welches derzeit gegen die sogenannte „Neue Weltordnung“ mobil macht und eine eigene Verfassung herausgibt, welche wohl „nach der großen Revolution“ gültig sein soll. Sie haben mittlerweile sogar eine eigene Nationalhymne. Wir überlassen es an dieser Stelle euch, wie das zu werten ist.

Wie geht es weiter?

Laut den Lübecker Nachrichten liegt das Dokument auch mittlerweile dem LKA Kiel vor und wird derzeit ausgewertet. Pressesprecher Uwe Keller sagte hierzu: „Nach erstem Augenschein ist eher nicht von einer Authentizität der Quelle und der dargestellten Inhalte auszugehen.“

Fazit:

Aus unbekannter Quelle erscheint ein bedrohliches Dokument und wird vorwiegend auf Internetseiten mit vorwiegend rechtsorientiertem und verschwörungstheoretischem Inhalt publiziert. Einige Angaben in jenem Dokument sind zumindest fraglich zu beurteilen.

Wir werden zu gegebenem Zeitpunkt den Artikel um die Erkenntnisse des LKA Kiel aktualisieren.

Autor: Ralf, mimikama.at

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Autor

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