La Table Suisse: Hunde und Katzen auf dem Teller?


Gibt es dieses “La Table Suisse”, dieses Restaurant, in dem man Hunde und Katzen im Sternebereich zubereitet bekommt? Oder stecken da andere Gründe hinter?

Schauen wir uns also dieses “Restaurant” der anderen Art einmal an. Traditionelle Schweizer Menüs, so heißt es in dem Werbevideo, werden hier serviert. Ebenso verbreitet die Darstellung des Restaurants, die Aufmachung des Webauftritts sowie das Auftreten des Chefkochs den Eindruck, man habe es mit hoher Sterneküche zu tun.

A wonderful film portrait about La Table Suisse, the first restaurant in Europe that serves traditional Swiss menus with…

Posted by La Table Suisse on Dienstag, 9. Februar 2016

Sehr gut produziert, sehr sauber dargestellt und vor allem eine verdammt gute Web- und Medienpräsenz. Das wirkt unheimlich professionell dargestellt, das wirkt nach sauberer PR. Ebenso sauber formuliert scheint der Grund, warum man in dieser hochklassigen Fassade Katzen und Hunde angeblich legal vorgesetzt bekommen kann:

In der Schweiz ist es nach wie vor nicht verboten, den eigenen Hund oder die eigene Katze zu verspeisen – doch erst unser innovatives Adoptionssystem macht das Servieren dieser ausgefallenen Spezialitäten möglich.


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PR? Bestimmt. Aber für wen?

Wir haben sehr große Zweifel an der Echtheit dieses Restaurants. Ok, das Set mag es wohl geben, aber wir gehen nicht davon aus, dass man dort Hunde und Katzen zu hochqualitativen Menüs verarbeitet vorgesetzt bekommt. Dafür bietet das Konzept für ein “echtes” Restaurant zu viele Ungereimtheiten:
Wer ist “Moritz Brunner”, der Chefkoch/Inhaber? Es gibt keinen Namen oder Verweise zu dieser Figur. Ebenso gibt es auch kein findbares Restaurant unter diesem Namen. Ebenso ist das Legitimirungsmodell fraglich: Art. 2 der Verordnung des EDI über Lebensmittel tierischer Herkunft vom 23. November 2005 sind diese Speisen verboten, das Verbot gilt allerdings nur für den kommerziellen Verkehr.  Gewinnung und Verzehr für den Eigengebrauch sind zulässig, solange kein Verstoß gegen die Tierschutzgesetzgebung vorliegt. (siehe auch Verordnung des EDI über Lebensmittel tierischer Herkunft). Es handelt sich hier jedoch um ein angebliches Restaurant, ein kommerzieller Charakter wäre trotz Adoptionsvertrag als Gesetzeslücke unverkennbar.

Ebenso sind die Auftritte bei Facebook und Twitter zwar unheimlich professionell (ohne dabei Spuren zu hinterlassen, wer diese Auftritte designet hat), jedoch auch extrem jung und schnell in den Fokus geraten. Nein, wir haben Zweifel an diesem Modell.

Es ist eher wahrscheinlich, dass sich hier ein Spot, bzw. eine Restaturantmodell viral verbreiten soll, um Aufmerksamkeit zu erregen und die Gemüter zu erhitzen.

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Hinter dieser viralen Marketingaktion könnte zum einen der Protest gegen die Lücken sein, dass man eben unter Umständen Hunde und Katzen zubereiten kann, zum anderen kann es eine generelle Aktion sein, um ein Bewusstsein gegen den Verzehr von Fleisch zu schaffen.

Denkansatz hierbei: warum regen wir uns über den Verzehr von Katzen und Hunde auf, legitimieren jedoch den Verzehr von Rind, Schwein und Geflügel ohne Probleme. Es ist gut denkbar, dass hier ein Spiegel hochgehalten werden soll, der dazu ermahnt, nicht zwischen einzelnen Tieren zu unterscheiden, sondern generell das Konsumverhalten in Bezug auf Fleisch zu überdenken.

Update: Werbeagentur Scholz & Friends

20Minuten.ch hat mittlerweile bekanntgegeben, dass sie den “Übeltätern” auf die Schliche gekommen sind: im Mail-Header einer Antwortmail versteckt sich als Absenderangabe die Werbeagentur Scholz & Friends, siehe dazu “Deutsche Werber machen uns zu Katzenfressern”:

Vielen Dank für Dein Interesse an unserem Restaurant La Table Suisse. Leider erreichen uns momentan, zusätzlich zu unserer täglichen Arbeit, sehr viele Anfragen. Wir werden uns jedoch bemühen, uns schnellstmöglich bei Dir zu melden.

Moritz Brunner
Chef, La Table Suisse

Im Mail-Header verraten sich die Urheber dann endgültig (siehe auch Bildstrecke): Die Mails werden über den Server der Werbeagentur Scholz & Friends verschickt – über den Sitz in Deutschland. Die Website wird in Berlin gehostet. 20 Minuten hat das Unternehmen angefragt. Dort heisst es, man möchte die Katze noch nicht aus dem Sack lassen.

Wer mag, kann selbst schauen. Hier sind die Webauftritte:



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