Kranker Blogger verbreitet Panik


Diese Überschrift müsste doch jetzt eigentlich sitzen, oder? Denn wir haben bereits zwei mal darüber geschrieben, aber irgendwie kommt immer mehr Angst in die Aussagen.

Und eigentlich wollten wir auch gar nicht mehr darüber geschrieben haben, denn diesem Mann mit seinen bescheuerten Themen ein drittes Mal eine Plattform zu bieten, ist er im Grunde nicht wert.

Klar, diese “Treffen” die er weltweit als “gute Idee” empfunden hat, können aufgrund der Gesinnung von extremeren Teilnehmern eine gewisse Dynamik entwickeln, doch von Massenvergewaltigungen in hunderten Städten ist nicht auszugehen.

Der Mann hat einen an der Mappe, ja, aber er hat nicht zu Massenvergewaltigungen am 06. Februar 2016 aufgerufen.

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Warum wir nun doch ein Drittes mal schreiben? Weil wir zu dieser obigen Statusmeldung besonders stark befragt werden. Und immer wieder dieselben Fragen: stimmt das? Was ist da dran?

Mein papa ist ja bei der wiener kripo und er hat mich gerade angerufen. Sie haben heute hinweise bekommen dass am samstag um 20.00 ortszeit in hunderten städten auf der ganzen welt massenvergewaltigungen stattfinden sollen. In österreich sollen es speziell wien rund ums museumsquartier und in graz rund um die oper sein. Auf einer einschlägigen seite wurde geschrieben “die frauen sollen winseln wie hunde“. Auch wenn ihr in begleitung geplant habt unterwegs zu sein, bitte bleibt diesen orten fern, die täter sollen in rudeln kommen. Diese meldung ist noch nicht in den medien. Bitte bleibt zuhause! […]

Daher an dieser Stelle deutlich: nirgends ist in der Umschreibung zu diesen Treffen von Massenvergewaltigungen zu lesen!


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Es tut uns Leid …

… dass wir den Gesamtzusammenhang gerade auf nur einen Satz komprimieren mussten, denn hier steckt mehr hinter um zu verstehen, worum es geht.

Wer das nochmal ausführlich lesen möchte, dem bieten wir an dieser Stelle unseren Artikel ““Am Samstag treffen sich potenzielle Vergewaltiger” – Was ist da los?”. Für alle jene, denen das jedoch too much Text ist (soll ja vorkommen) kürzen wir das hier nochmal ab. Aber anschließend nicht beschweren, dass der Zusammenhang zu knapp erklärt sei.

Roosh V. (Daryush Valizadeh), Blogger, Autor und Seminargeber, nach eigener Angabe “Pickup Artist”, schrieb im Februar 2015 einen Blogartikel mit dem Titel “How To Stop Rape”. Dort fordert er die Legalisierung von Vergewaltigungen. Diese und auch andere dämliche Aussagen brachten ihm nun den Titel des “Vergewaltigungsbefürworters” Aufgrund von viel Druck paddelte er verunsichert zurück und behauptet nun, es sei Satire gewesen. Haha, wir haben gelacht (kopfauftischklopp)

Im Januar 2016 schlägt gleicher frauenverachtender Blogger und Autor vor, dass gleichgesinnte Männer sich zwecks Austausch, Unterhaltungsabenden und gegenseitigem Schutz weltweit regelmäßig treffen sollten.  Das erste dieser Treffen sollte am 06. Februar 2016 stattfinden, quasi das Beschnuppertreffen.

Aufgrund seines verwerflichen Frauenbildes und seiner dämlichen Publikationen wurde in den sozialen Netzwerken kombiniert, dass diese Treffen zu “Frauenjagden” ausarten werden. Das ist völlig unbestätigt, sondern eine mögliche Schlussfolgerung, welche die Gruppendynamik erzeugen könnte. Weder im Blog, noch in den Twitterkommentaren ist davon ein Hinweis zu finden.

Ebenso fraglich ist die Zahl der Männer, die sich dort treffen würden. Wie viele “Anhänger” hat Roosh V.? Sind die alle so extrem wie er? Würden sie auch nach seinen extremen Thesen handeln? Man darf nicht vergessen: diese Treffen sind für Einheimische gedacht und sollen einen dauerhaften Charakter haben. Daher auch die vielen Orte. Um ein weltweites Massenvergewaltigungsphänomen zu erzeugen, sind das  viele Fragen. Mittlerweile hat er auch kundgegeben, dass die Treffen offiziell nicht stattfinden. Klingt wie ein Lippenbekenntnis, jedoch kann man auch davon ausgehen, dass die ohnehin wenigen seiner Anhänger jetzt erst recht nicht an Treffpunkte trauen.

Zumindest ist er jetzt in aller Munde

Roosh V. ist Autor und gibt fragwürdige Seminare. Damit verdient er sein Geld. Bei Amazon sind 22 Bücher unter seinem Autorennamen geführt. Was er verkündet, ist in der Tat bescheuert und verachtend, jede Art von Protest gegen ihn ist nachvollziehbar.

Seine Ideologische Ausrichtung ist auch in der Tat besorgniserregend, dennoch darf man nicht vergessen, dass dieser Mann sein Geld damit verdient, indem er provokative Thesen und harte Texte in die Welt setzt. Er liebt es, Feministinnen zu ärgern und das zeigt er auch immer wieder auf seinem Twitter-Account

Daher ärgert es mich als Autor dieses Artikel abermals, dass ich so einem Menschen unfreiwillig meine Aufmerksamkeit widmen muss und genau das tun muss, was er im Grunde will: berühmt sein, egal auf welche Art und Weise.

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Autor

Andre Wolf, Mitarbeiter bei „Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch". Nach mehreren Semestern Theologiestudium und einigen Jahren Berufserfahrung als Verantwortlicher für Medien und Kommunikation ist nun die Analyse von Internetinhalten, speziell der sozialen Medien Wolfs Fachgebiet.


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