Kein toter Flüchtling am Lageso!


Am gestrigen Tage (27. Januar 2016) hielt die Meldung um den erfrorenen Flüchtling in Berlin die Republik in Atem. In den Abendstunden das Ergebnis: kein Toter!

Doch zunächst: Die Meldung um den toten Flüchtling am LaGeSo ist ein sehr deutliches Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Ergebnisse abzuwarten und auch eine gesunde Skepsis vor Statustexten auf Facebook aus privater Quelle zu haben. Gleichzeitig zeigt es auch, dass man selbst immer Vorsicht walten lassen muss, wenn man Inhalte auf Facebook setzt – mag die Quelle auch ein noch so guter Freund/Verwandter/Bekannter sein.

Im Laufe des Tages gab es sehr viele unterschiedliche Meldungen, sehr viele gegensätzliche Aussagen und auch Unklarheiten. Wir haben gestern selbst in einem Artikel unter fortlaufenden Updates bis in die Abendstunden berichtet. Die immer neuen Erkenntnisse gingen bis in die Abendstunden und veranlassten auch uns, regelmäßig den Inhalt auf den neuesten Stand zu bringen. Diese vielen Veränderung und Entwicklungen in dem Fall listen wir einmal chronologisch auf:

Am 27.01.2016 vermeldete um 5.16 Uhr eine Statusmeldung auf Facebook, dass ein Flüchtling in Berlin aufgrund der Kälte und der langen Wartezeiten vor dem Amt verstorben sei. Die Statuserstellerin ist NICHT die ursprüngliche Verfasserin des Textes, sondern gibt nach eigenen Angaben eine SMS wieder, welche sie von dem Flüchtlingshelfer Dirk V. empfing.

Diese sehr lange Mitteilung ist weiterhin auf Facebook zu lesen, wurde mittlerweile jedoch auch auf einen neueren Stand gebracht. Ursprünglich begann diese mit den Sätzen:


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So. Jetzt ist es geschehen. Soeben ist ein 24-jähriger Syrer, der tagelang am Lageso bei Minusgraden im Schneematsch angestanden hat, nach Fieber, Schüttelfrost, dann Herzstillstand im Krankenwagen, dann in der Notaufnahme – VERSTORBEN.

Wer übernimmt hier Verantwortung? Wer stellt sich der Schuld, die die versagende Verwaltung oder der politische Wille – wer weiß noch, was hier vor sich geht? – jetzt auf sich geladen haben?

Wie wollt Ihr damit jetzt umgehen? Weiter verschieben, vertuschen, schönreden? Reagieren? Egal, was Ihr tut: Dieses Opfer eines Menschenlebens hätte verhindert werden müssen.
Wir haben es alle kommen sehen. Und nicht seit zwei Tagen. Seit einem halben Jahr.

Jetzt ist es zu spät. Er ist tot. ( weiterer Inhalt auf Facebook, Hinweis: Statusbeitrag ist editiert)

In den Morgenstunden wurde diese Meldung an vielen Stellen in den Medien. Die Statusmeldung wurde durch die Pressemeldungen bekannt gemacht und somit entwickelte die Meldung um den toten Flüchtling eine Eigendynamik.

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Vorerst keine offizielle Stellungnahme

Obwohl am Vormittag die Meldung des Statusbeitrages bereits weit verteilt war, gab es noch keine offizielle Stellungnahme der Behörden. Gegen 11:45 Uhr vermeldete unser Mitarbeiter Mike:

OB Hanken hat mich gerade angerufen.
Derzeitiger Stand ist, dass der Vorfall ENTGEGEN der DPA-Meldungen noch NICHT bestätigt werden kann. Laut Polizei- und Feuerwehr-Recherchen konnte bisher nichts gefunden werden. Ein entsprechender Einsatzbericht der Leitstelle zum LaGeSo wurde bisher noch nicht gefunden.
Herr Hanken hält die Post-Erstellerin jedoch für glaubwürdig und möchte ihr nichts „böses“ unterstellen. Er bleibt weiterhin an der Sache dran und möchte dies zu 100% aufklären.
Ihm stellt sich jedoch die Frage, warum der Betroffene sich nicht im Haus M (medizinische Abteilung) gemeldet hat, wenn es ihm gesundheitlich so schlecht ging.
Weitere Informationen und Stellungnahmen möchte er schnellstmöglich für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Zu diesem Zeitpunkt reiften nun die Zweifel an der Echtheit der Meldung heran. Zu 13 Uhr war daraufhin eine Pressekonferenz angesetzt, bei der auch der Helfer Dirk V., von dem die SMS laut Statusmeldung auf Facebook ursprüngliche stammte, aussagen sollte. Gegen 14:50 Uhr vermeldete unser Mitarbeiter Mike dann:

Gerade mit Frau […] vom LaGeSo telefoniert.
Es gibt KEINERLEI Bestätigung über diesen Fall. Sämtliche Recherchen der Polizei, Feuerwehr und Nachfragen in ALLEN Krankenhäusern und Leitstellen in Berlin ergaben KEINEN Treffer oder Einsatz, der darauf passen würde.
Um 13h sollte eine Pressekonferenz vorm LaGeSo von dem benannten Herrn V. dazu stattfinden. Dieser tauchte aber bis um 14:30h nicht auf.
Weiteres wird von der Senatsverwaltung in Berlin ermittelt getan. Gegebenenfalls erfolgt durch die eine Stellungnahme, sobald es handfeste Erkenntnisse gibt.
Also in Kurzform: es ist definitiv NICHT bestätigt !!

Am Nachmittag war die Verwirrung perfekt: es gab weder eine Bestätigung eines Todes, noch ein Dementi. Um 16:05 Uhr gab es eine Änderung des Statusbeitrages auf Facebook, welcher den Tod in den Morgenstunden mitgeteilt hat:

LEUTE!!! ICH – BRAUCHE – DIRK!!!!!!! Wenn Ihr meinen Post sorgfältig lest, und dazu möchte ich jeden und jede einladen, dann stellt Ihr fest, dass ich 1. Dirk […] hundertprozentig vertraue, 2. Den Chatverlauf mit ihm per strg c + v hier wiedergebe, 3. ALLE INFORMATIONEN, DIE MIR ZU DEM GESCHEHEN VORLIEGEN, IN ECHTZEIT DIESES CHATS empfangen habe – zusätzlich ausschließlich noch aus dem Kontakt mit Khaled, der mehrfach versucht hat, Dirk telefonisch zu erreichen, um seine Übersetzerfähigkeiten einzubringen. Dirk hat ihn weggedrückt und direkt danach dazu geschrieben, er ist in der Klinik bzw. er kann gerade nicht telefonieren.
Bis Dirk sich meldet und die Informationen, die jetzt allen zu dem Vorkommnis fehlen, preisgibt – nämlich WELCHES KRANKENHAUS, WELCHER KRANKENTRANSPORT, NAME DES BETROFFENEN – bitte ich Euch, den Post NICHT weiter zu teilen, sondern nur Eure Shares mit diesem Edit zu ergänzen, bitte. Diese Informationen MÜSSEN jetzt an Polizei und die auf allen möglichen Ebenen mutmaßende Presse weitergegeben werden.
Das kann ich nicht, das kann nur Dirk. ( weiterer Inhalt auf Facebook)

Niemand war sich mehr sicher, was nun genau passiert ist.

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Die Auflösung am Abend

Die BZ Berlin berichtet um 20:23 Uhr in ihrer Chronologie zu diesem Tag:

20.23 Uhr: Die Befragung ist beendet. Polizeisprecher Stefan Redlich zur B.Z.: „Der Mann hat in den Vernehmungen bestätigt, dass er sich das Ganze ausgedacht hat.“ Zu den Motiven wollte Redlich keine Angaben machen. „Das muss der Mann selbst erklären.“ Laut Polizei handelt es sich bei den  falschen Anschuldigungen allerdings nicht um eine Straftat.

Gegen 22 Uhr veröffentlichte die Polizei  Berlin auf Twitter, dass in diesem Zusammenhang niemand gestorben ist. Damit gilt es nun als offiziell, dass die Geschichte um den toten Flüchtling unwahr ist.

Wir haben den Mann vernommen, der heute behauptet hat, ein 24 jähriger Flüchtling sei in Berlin verstorben. #LaGeSo (1/2)^sr

Der Mann hat erklärt, er habe sich die Geschichte ausgedacht. Es sei in diesem Zusammenhang niemand gestorben. #LaGeSo (2/2). ^sr

An dieser Stelle vielen Dank an unseren Mitarbeiter Mike Sachs, der den ganzen Tag über in Kontakt mit Behörden in Berlin stand!

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