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Kosmetikprodukte haben teilweise keinen guten Ruf: Tierexperimente, unbekannte Chemikalien und allergische Reaktionen machen es den Herstellern schwer, und dies teilweise durchaus begründet. Jedoch ballert nun eine Seite einen Vorwurf heraus, der sprachlos macht: Verkaufen Mütter tatsächlich ihre abgetriebenen Babys zur Verwendung in Schönheitscreme?

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So titelt die Seite „Gut für dich“:

„Mütter verkaufen abgetriebene Babys an diese Firma. Zu was sie „verarbeitet“ werden, ist grenzwertig.

Was für eine Vorstellung“

In dem Artikel wird berichtet, dass die Firma „Neocutis“ eine Hautcreme herstelle, die Falten ohne chirurgische Eingriffe verschwinden lassen könne und dafür die Haut toter Föten verwende. Weiter heißt es dort:

„Die Prozedur ist höchst umstritten. Während die Firma damit wirbt, Falten effizient verschwinden lassen zu können, befürchten Kritiker, dass damit dem Organhandel Tür und Tor geöffnet wird. Auch ethische Bedenken werden laut: Ob man abgetriebene Babys so „weiterverwenden“ darf, ist ein großes Streitthema.“

Überschriftenscheißerei

Für die Ungeduldigen schreiben wir es hier kurz und bündig:
Nein, die Firma Neocutis kauft keine abgetriebenen Föten auf, sondern es werden Proteine aus den Hautzellen eines (!) abgetriebenen Babys zur Herstellung dieser Hautcreme verwendet. Jener Hautschnipsel in Größe einer Briefmarke wird seitdem im Labor kultiviert. Insofern ist die Nutzung menschlicher Zellen für ein Schönheitsprodukt zwar kontrovers, jedoch wird hier weder ein ständiger Nachschub abgetriebener Föten benötigt, noch wird hier „dem Organhandel Tür und Tor geöffnet“.

Hier nun ausführlicher

Bereits im Jahr 2009 gab es Vorwürfe gegen „Neocuzis“ Seitens der Organisation „Children of God for Life“, wie damals „The Washington Times“ berichtete. Jene Gruppierung rief zu einem Boykott der Produkte dieser Firma auf, wodurch sich „Neocutis“ kurze Zeit später zu einer Stellungnahme genötigt sah, welche sich auch auf deren Homepage befindet.

So stammen jene Hautzellen von dem Fötus eines 14 Wochen alten Jungen, der aus medizinischen Gründen an der Universität von Lausanne in der Schweiz abgetrieben werden musste. Der Fötus wurde der Universität von den Eltern für medizinische Zwecke zur Verfügung gestellt.

Dem Fötus wurde daraufhin ein Stück Haut von der Größe einer Briefmarke entfernt, jene Haut wird seitdem im Labor kultiviert. Bestimmte Proteine, die sich in jener Haut befinden, werden dann in den Produkten verwendet.

Babyhaut für die ewige Jugend?

Wir vermuten einfach mal, dass sich die Autoren von „Gut für dich“ zu sehr an den Film „Der Tod steht ihr gut“ mit Bruce Willis, Meryl Streep und Goldie Hawn erinnerten: In jenem Film trinken zwei Frauen ein Elixier für ewige Jugend, welches teilweise aus toten Babys bestand.
Allerdings ist es so einfach dann doch nicht, mal abgesehen davon, dass hier nur ein bestimmtes Protein aus jener kultivierten Haut verwendet wird. Jene Cremes mit den Namen „Bio-Restorative Skin Cream“, „Bio-Gel Bio-Restorative Hydrogel“, „Lumiere Bio-Restorative Eye Cream“ und „Bio-Restorative Serum with PSP Intensive Spot Treatment“ sind auch nicht gerade billig zu haben, die Preise liegen bei einer winzigen Verpackung ab 75 Dollar aufwärts.

Fazit

Weder verkaufen Mütter ihre abgetriebenen Babys, noch kauft die Firma „Neocutis“ tote Babys auf.

Es werden aber tatsächlich Proteine aus der Haut eines abgetriebenen Babys für Faltencremes dieser Firma verwendet. Ethisch sicherlich zweifelhaft, allerdings macht „Neocutis“ auch keinen Hehl daraus, überdies jene Cremes auch zu medizinischen Zwecken, beispielsweise zur Narbenheilung, eingesetzt werden. Alleine aufgrund des hohen Preises jener speziellen Produkte wäre eine alltägliche Anwendung auch eine eher kostspielige Angelegenheit.

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