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Sorgenvoll schauen Menschen allerorts tagtäglich gen Himmel und erheben wutschnaubend die Faust: „Diese verdammten Chemtrails, die wollen uns schon wieder vergiften!“

ZDDK-Mystery

Flugs wird davon ein Foto gemacht und auf Facebook und in einschlägigen Foren verbreitet, als Beweis dieser niederträchtigen Tat von „denen“.

Aber was sind Chemtrails überhaupt?

Das Wort „Chemtrails“ setzt sich aus aus den Wörtern Chemikalien und Contrails zusammen, grob übersetzt also chemische Kondensstreifen.

Nun kennen wir alle diese weißen Streifen am blauen Himmel, die man sieht, wenn ein Flugzeug gerade da geflogen ist. Den Verfechtern der Chemtrails-Theorie ist aber aufgefallen, dass manche dieser Streifen länger am Himmel zu sehen sind als andere und sich langsam ausbreiten… für sie ein untrüglicher Beweis, dass in den Kondensstreifen noch etwas anderes ist, und zwar: Chemikalien, die die Menschen vergiften sollen!

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Bildquelle: Wikipedia, „Contrails near Frankfurt (Germany), 2012“ von Prashanta – Eigenes Werk.
Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Erst seit 1996 schwirrt diese Theorie durch das Internet!

Erst seit 1996 schwirrt diese Theorie durch das Internet, so dass sich nach zahlreichen Anfragen besorgter Bürger sogar das Bundesumweltamt 2011 genötigt sah, dazu eine Stellungnahme abzugeben, welche hier einsehbar ist!

Dort heißt es:

Der Artikel behauptet unter anderem, dass im Rahmen geheimer Projekte der USA militärische und zivile Flugzeuge Aluminium und Bariumverbindungen in die Atmosphäre ausstoßen, aus denen sich diese Chemtrails – ähnlich der Bildung von Kondensstreifen – entwickeln würden. Ziel soll dabei sein, der durch den Menschen hervorgerufenen (anthropogenen) Erwärmung, verursacht durch Emissionen treibhauswirksamer Gase in die Atmosphäre, entgegenzuwirken.

Für das in dem genannten Artikel erwähnte Einbringen von Aluminiumverbindungen in die Atmosphäre und die Bildung so genannter Chemtrails gibt es keinerlei wissenschaftliche  Belege. Auch im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die beschriebenen  Phänomene nicht bekannt. Das Institut für Physik der Atmosphäre des DLR untersucht seit vielen Jahren die Wirkung der Emissionen des Luftverkehrs auf die Atmosphäre – einschließlich zahlreicher Messungen gas- und partikelförmiger Emissionen von Verkehrsflugzeugen.

Falls es die so genannten Chemtrails gäbe, müssten beim DLR darüber Informationen vorliegen. Die Messungen enthalten jedoch keinerlei Hinweise darauf. Die Deutsche Flugsicherung GmbH bestätigte, dass sie im Rahmen der Luftraumüberwachung keine auffälligen Flugbewegungen beobachtete, die etwas mit dem beschriebenen Sachverhalt zu tun haben könnten.

Soweit, so gut.

Was ein echter Verschwörungstheoretiker ist, der lässt sich von solchen offiziellen Dementi natürlich nicht abschrecken, weswegen sich einige wilde Theorien entwickelt haben, welche wir hier einmal aufführen wollen… und ja, wir kommen auch zu dem Punkt „Essig gegen Chemtrails“ 😉

Chemtrails werden mit normalen Passagiermaschinen versprüht

Eines der schlagensten Beweise ist angeblich das Youtube-Video von Chris Bovey.

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Da hat er doch glatt filmen können, wie während des Fluges plötzlich Chemtrails ausgestoßen werden. Sensation!

Naja… vielleicht dann doch nicht, denn in einem Interview mit „Vice“ erklärte Bovey, dass dieses kurze Video auf seinem Flug von Buenos Aires nach England entstanden ist. Das Flugzeug musste in Sao Paolo notlanden und stieß zwecks Gewichtsreduzierung Kerosin aus dem Flügel. Bovey wollte damit Chemtrail-Gläubige ein wenig foppen, und hatte damit Erfolg: Das Video wurde knapp 20.000mal geteilt und insgesamt 1,1 Millionen mal angeschaut.

Chemtrails halten sich länger am Himmel als normale Kondensstreifen

Tatsächlich halten sich manche Streifen länger am Himmel als andere. Aber liegt das vielleicht wirklich an chemisch zugesetzten Stoffen? Nein, denn wie lange sich ein Kondensstreifen hält, liegt immer an dem Luftdruck, Temperatur und der Luftfeuchtigkeit an diesem Tag.

Jeder kann dies selbst überprüfen! Man fotografiere einfach den Himmel jeden Tag, an dem man einen solchen „Chemtrail“ sieht, und notiert sich dazu auch noch Datum und Uhrzeit, gleichzeitig vergleiche man aber auch die genauen Wetterdaten auf den verschiedenen Wetterseiten. Irgendwann wird man feststellen, dass sich die eigenen Beobachtungen perfekt mit denen in der „Appleman-Chart“ decken, in der wunderschön ansehnlich aufgezeigt wird, bei welchen Wetterkonditionen welche Streifen entstehen.

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Bildquelle: scepticproject.com

Chemtrails machen Menschen krank

Ein Arzt in Phoenix beschrieb einmal, dass er die Haarproben von Patienten, die öfters mit Kopfweh, Asthma, Fieber und Ohrinfektionen zu ihm kamen, an ein Labor schickte, und jene feststellten, dass diese Patienten einen hohen Anteil Barium in ihrem Körper hatten.

Für jenen Arzt war dies der klare Beweis dafür, dass Barium Bestandteil dieser Chemtrails ist.

Was er jedoch nicht bedacht hat, ist, dass Phoenix eine Stadt mit vielen Fabriken, viel Autoverkehr, viel Luftverschmutzung ist, so dass es für dortige Bürger fast normal ist, einen erhöhten Barium-Level zu haben.

Anders gesagt lassen sich viele Krankheiten auf natürlichem Wege erklären, ob es eine Allergie ist, ein normaler Schnupfen oder Husten oder ein Hautausschlag. Verschwörungstheoretiker neigen aber dazu, jedes Wehwehchen auf die „seltsamen Streifen am Himmel“ zu schieben, anstatt der wirklichen Ursache mal nachzugehen.

Chemtrails enthalten Barium und andere Schwermetalle

Einen Nachweis dafür gibt es nicht, behauptet wird es aber trotzdem immer wieder.

2007 wollte ein Mann in Arkansas den Nachweis und sammelte daraufhin Regenwasser, welches er dann in einem Labor untersuchen ließ. Die Ergebnisse gab er an einen örtlichen Radiosender weiter, welche mit Entsetzen verkündeten, dass der Bariumgehalt im Regenwasser 3x so hoch sei, wie normal. DER Beweis also!

Leider auch nicht… denn jener Sender verwechselte ug/l (Mikrogramm pro Liter, also ein Millionstel Gramm) und ppm (parts per million). Klingt beides gleich, ist aber ein Unterschied, denn ug umgerechnet auf ppm wäre dann ppb (parts per billion, also ein Milliardstel-Teil).

Es wurde sich also um 3 Nullen verrechnet, trotzdem hatte das Wasser immer noch einen erhöhten Bariumwert (normales Wasser: 43 ug, sein Wasser 68.8 ug). Nun liest man auf Chemtrails-Seiten oft, dass Barium unnatürlichen Ursprungs und hochgiftig sei, in Wirklichkeit findet sich Barium allerdings ganz normal in der Erde und diversen Gesteinssorten, kommt also ganz normal in der Natur vor, und je nach Wohnort kann der Bariumgehalt höher oder niedriger sein.

„Nun könnte es aber doch sein, dass ‚die‘ Barium sprühen“, hören wir schon einige schreien.

Klar, aber viel Sinn würde es nicht machen. Flugzeuge fliegen auf einer Höhe von 30.000 ft (ca. 10 Kilometer), aus dem einfachen Grund, weil in dieser Höhe der Luftwiderstand niedrig ist und so weniger Kerosin verbraucht wird. In 24.000 ft (ca. 7.5 Kilometer) Höhe beginnt die sogenannte Tropopause, sprich: Wettergeschehnisse spielen sich unter dem Flugzeug ab, der Flug selber bleibt also von etwaigen Unwettern meist unberührt.

Außerdem wehen dort oben die sogenannten Jetstreams, welches jedes durch Chemtrails rausgeblasene Schwermetall-Teilchen unkontrolliert über den Globus blasen würde, aber keinesfalls dort landen lässt, wo das Flugzeug gerade drüber fliegt.

Es gibt aber ein Beweisfoto von so einem Chemtrail-Flugzeug

Gemeint ist jenes Bild, welches von Forum zu Forum zu Facebook zu Forum weitergereicht wird.

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Da sieht man mal wieder, was passiert, wenn man nur einen Ausschnitt, und nicht das ganze Bild betrachtet.

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Das Bild ist von 1994 und stammt aus einem Boeing Manual. Bei einem Test des Prototypen der Boeing 777 wurde mittels Wassertonnen getestet, wie sich das Flugzeug bei stärkeren Bewegungen, wie z.B. Herumlaufen, verhält.

Wenn es nach einem Chemtrail-Flug regnet, finden sich seltsame spinnwebenartige Fäden im Garten

Unsere erste Vermutung wäre ja, dass es sich tatsächlich um Spinnwebenfäden handelt, aber das wäre sicherlich zu naiv gedacht. Unseres Wissens nach gibt es auch noch keine Spinnen mit Flugzeugen, die nach Lust und Laune Spinnweben abwerfen.

Was es aber gibt, sind kleine fliegende Spinnen. Und nein, sie haben keine Flügel, sondern kleine Spinnen sondern oftmals einen Faden ab, der sie manchmal über Hunderte Kilometer fliegen lässt, was auch erklärt, dass sich manche Spinnenarten sogar auf entlegenen Inseln finden lassen.
Wenn es nun allerdings anfängt zu regnen, wird dieser fröhliche Flug jäh unterbrochen.

Die Spinnchen landen, wo sie gerade sind, und fangen erstmal munter an… naja, zu spinnen. Und durch den Regen lassen sich diese eher unbeholfenen Netze dann auch sehr gut erkennen.

Chemtrails sind dazu da, die globale Erderwärmung aufzuhalten

Tatsächlich würde eine ständige milchige Wolkendecke die Erderwärmung ein wenig ins Stocken bringen. Die Frage ist bloß, warum eine Regierung diesen großartigen Plan nicht schon längst bekannt gegeben hätte, schließlich wäre es zu Nutzen aller.

Chemtrails sollen uns vergiften, unfruchtbar machen, die Erdpopulation vermindern

Da es die Regierungen/die Illuminaten/die Reptilienwesen es also nicht mit HIV oder Ebola geschafft haben, die Menschheit klein zu kriegen, versuchen sie es nun mit Chemtrails. Clever.

Dazu müssten sie aber eine Art „Supervirus“ entwickeln, der zusammen mit dem Chemtrails versprüht wird.

Ein Virus, der resistent gegen Temperaturschwankungen ist, so ansteckend und tödlich wie Ebola, durch die Luft übertragbar, aber auch bekämpfbar durch Impfungen, so dass die „Elite“ überlebt.
Ach nee, Impfungen sind ja auch böse, ganz vergessen. Aber dazu kommen wir ein anderes Mal.

Essig im Garten und ums Haus herum hilft gegen den schädlichen Fallout der Chemtrails

Jaaa, jetzt kommen wir schlussendlich zu diesem Thema.

Wurden vorher auf diverse Esoterik-Seiten Orgonit-Steine und ähnliches zu sündhaften teuren Preisen gegen diese pöhsen Chemtrails verkauft, sind einige nun auf die Idee gekommen, dass einfacher Essig die Streifen am Himmel verschwinden lässt.

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Quelle: Facebook, öffentlicher Status

Im ZDDK-Mystery Büro waren wir natürlich Feuer und Flamme für diese Idee, also mussten wir das doch gleich mal austesten.

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Essig ist ja schließlich ein Mittel gegen alles, reinigt „Erde, Wasser, Luft und den ätherischen Körper“, wie in Eso-Foren gerne geschwurbelt wird.

Und das ist auch die Stelle, wo die Fronten aufeinander knallen. Denn die ernsthaften Chemtrail-Forscher möchten auf gar keinen Fall mit diesen „Eso-Spinnern“ in einen Topf geworfen werden!

Dementsprechend „verhalten“ geht dann der Spott über diese Methode dann auch vom leichten Kopfschütteln bis zum „Du Vollpfosten!“, was die Verteidiger der Essig-gegen-Chemtrails-Theorie nun gar nicht mögen.

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Quelle: Facebook, öffentlicher Status

Am Himmel über unserem Büro hat sich übrigens nicht viel geändert. Dafür ist das Gras, auf das wir das Essig verschüttet haben, jetzt schön gelb. Ist aber bestimmt richtig so.

Autor: Ralf, mimikama.at

Quellen:

Vice
Wikipedia
Scepticproject
Chemtrail-Fragen
Spiegel.de

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