Finder erfinden: das falsche Bild vom “ehrlichen Flüchtling” und der Lügenpresse


Lange Zeit gab es von dieser Methode der “Mehrfacherfndungen” nichts mehr zu lesen, doch jetzt ist ein neuer Fall aufgetaucht: ein gefälschter BILD-Artikel mit gefälschtem Bild und einer gefälschten Meldung über einen Flüchtling soll Unmut über eine “Lügenpresse” aufbauen und zudem Leser verunsichern.


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Diese Machart ist nicht neu, bereits im Sommer 2015 wurden wir aufmerksam auf mehrere Fälschungen dieser Art. Es handelt sich dabei um Manipulation auf verschiedenen Leveln. Mit einem Trick arbeitet man auf mehrfacher Ebene desinformativ: man erfindet Finder! So wie jüngst hier: bei diesem Artikel handelt es sich um eine Erfindung. Dieser Mann Mann ist zwar ein Finder, jedoch wurden Inhalt und Überschrift manipulativ verändert.

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Im Original, welche tatsächlich aus der Bild+ stammt, lautet der Titel: “SYRER (31) WILL NICHT MAL FINDERLOHN|Flüchtling findet 1000 Euro und gibt sie zurück” . Der Artikel stammt aus dem Juli 2015.

Bewusst offensichtlich manipuliert

Diese Art der Meldungen über erfundene Finder sind bewusst offensichtlich manipuliert:, denn mit der Erfindung von vielfachen Meldungen, dass Asylbewerber an vielen Orten Deutschlands „rein zufällig“ zu ehrlichen Findern werden, sollen zum einen echte Meldungen unglaubwürdig gemacht werden, zum weiteren in Frage gestellt werden, warum ausgerechnet Asylbewerber auf einmal so viele Dinge „finden“. Letztendlich ist es aber auch das Ziel,die berichterstattende Presse, welche die Originalmeldung veröffentlicht hat, als „Systempresse“ zu diffamieren.

Dem Leser soll am Ende das Bild der gesteuerten Systempresse vermittelt werden, sowie die auch aufgrund der unglaubwürdigen Berichte die Glaubwürdigkeit der echten Berichte in Mitleidenschaft gezogen werden soll.

KORR

Weitere Beispiele!

Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle! Bereits im Sommer 2015 konnten wir mehrere Fälschungen dieser Art ermitteln, alle verliefen nach identischem Muster.

Alle diese Fälschungen waren lediglich Screenshots angeblicher Zeitungsmeldungen.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Diese und ähnliche Meldungen wurden auf Facebook bunt verteilt. Sie sehen aus wie Pressemeldungen, sind aber keine. Ziel dieser Verteilungen: man soll überflutet werden mit “Findermeldungen”. Man soll diese Meldungen letztendlich für unglaubwürdig halten, so dass man irgendwann jede Meldung über Asylbewerber für unglaubwürdig hält, die im Positiven über jene berichtet.

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(Screenshot: tagblatt.de)

Die Meldung, aus dem das Foto für diese Falschmeldung gestohlen wurde, liest sich anders. In der echten Meldung geht es um ein Projekt, welches Asylbewerber in Schwäbisch Gmünd betrieben haben: Koffertragen am Bahnhof!

Mit Landrat Klaus Pavel hatte er versprochen, die Lage der Asylbewerber zu verbessern. Nun wird die Bahnhofsunterführung umgebaut, wer auf Gleis 2 oder 4 will, muss über eine Behelfsbrücke samt Gepäck. Könnten dort nicht Flüchtlinge den Reisenden helfen?

Dieses Projekt scheiterte im Übrigen aufgrund eines Shitstorms. Nun wird jedoch dieses Bild benutzt und ein Finder erfunden. Angeblich hat die Presse das ja so geschrieben.

Weiteres Beispiel

Ein Syrer in Brandenburg oder ein Eritreer aus Versmold? Dieses Bild hat nichts mit Brandenburg zu tun. Das ist auch kein Syrer. Dieser junge Mann hat auch kein Geld gefunden, er ist gar kein “Finder”.

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Die wahre Geschichte hinter diesem erfundenen Finder ist eine ganz andere, das Westfalen-Blatt schrieb am 16. Juni 2015 darüber:

Versmold (WB). Er hat nur einen 50-Euro-Schein zum Bezahlen dabei. Der Busfahrer der Busverkehr Ostwestfalen GmbH (BVO) kann diesen nicht wechseln und verweigert ihm die Fahrt. Habtom Behane wird laut Zeugenaussagen unter Beschimpfungen und drohenden Gebärden aus dem Bus geworfen.

Augen auf und immer prüfen!

Durch Falschmeldungen und Verleumdungen soll die normale berichterstattende Presse als Lügner hingestellt werden. Man versucht ein Bild der “Lügenpresse” aufzubauen. T3N schrieb kürzlich noch, wie wichtig es ist, mit den Informationsmöglichkeiten des Internets bewusst umgehen zu können und sich selbst immer neu zu schulen und eigene Kompetenzen aufbauen zu müssen.

Das Internet erfordert völlig neue Kompetenzen

Es steht außer Frage, dass sich mit dem Internet die Art und Weise, wie und welche Informationen wir konsumieren, drastisch verändert hat. Die Gatekeeper-Rollen klassischer Medien lösen sich zunehmend auf. Es war insofern auch nie leichter, wichtige Neuigkeiten in kürzester Zeit auf der ganzen Welt zu verbreiten. Jedoch gilt das auch für dreiste Lügen und Falschmeldungen. Journalisten müssen sowieso seit jeher damit umgehen und in der Lage sein, sie zu entlarven.

Bildquellen des Schaubildes:



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