Falschmeldung: ICE/IN Nummern. Rettungsdienste distanzieren sich von Meldungen im Internet


Im Jahre 2013 haben wir das erste Mal über das Pseudonym ICE berichtet. Und 3 Jahre danach kommen abermals Anfragen zu diesem Thema. Es geht um ein Image, auf dem man eine Information, die auf einer Pinnwand angebracht wurde, erkennen kann. Es geht um den Aufrufe eine ICE/IN Nummer in sein Handy abzuspeichern. Angeblich kommen diese Aufrufe vom ASB, DRK, Rettungsdienst usw.

Vorabinfo: Diese Aufrufe sind FALSCH! Die Rettungsdienste und Hilfsorganisationen distanzieren sich von solchen Meldungen und bitten darum diese Meldungen auch nicht weiterzuleiten.

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Anfrage eines Facebooknutzers vom 13.1.2016 auf unserer Facebook-Seite

Der Inhalt des Images als Wortlaut:

Die RTW- und Ambulanzfahrer haben bemerkt, dass bei einem Verkehrsunfall die meisten Verwundeten ein Mobil-Telefon bei sich haben.
Bei verletzten Personen, die nicht mehr ansprechbar sind, wissen die Einsatzkräfte aber nicht, wer aus der langen Adressliste zu kontaktieren ist.
Ambulanzfahrer und Notärzte haben also vorgeschlagen, dass jeder in sein Handy-Adressbuch, die im Notfall zu kontaktierende Person unter demselben Pseudo eingibt. Das international anerkannte Pseudo ist: *ICE*(= In Case of Emergency) deutsch – im Notfall. Unter diesem Namen sollte man die Rufnummer der Person eintragen, welche im Notfall durch Polizei, Feuerwehr oder erste Hilfe anzurufen ist. Sind mehrere Personen zu kontaktieren, braucht man ICE1, ICE2, ICE3, usw. Dies ist leicht durchzuführen, kostet nichts, kann aber viel erreichen. Bitte diese Meldung unbedingt an alle Freunde und Bekannte weiterleiten, damit dieses Verfahren weltweit Anwendung finden wird!!!!

HINWEIS! Die Rettungsdienste und Hilfsorganisationen distanzieren sich von solchen Meldungen und bitten darum diese Meldungen auch nicht weiterzuleiten.


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Begründung:

  • Es ist eine sensible Aufgabe, Angehörigen solche Mitteilungen zukommen zu lassen.
  • Im Notfall haben die Retter anderes zu tun als Angehörige zu benachrichtigen.
  • Keiner wird vom Unfallort aus Angehörige informieren.
  • Die Anzahl der Fälle, in denen man Angehörige nicht erreicht, ist sehr gering.
  • Da die meisten Handys mit PINs und/oder Passwörter geschützt sind können die Helfer auch nicht darauf zugreifen.

Erstehilfe.ch schreibt dazu:

Überlegungen und Gründe die gegen ICE sprechen

In zahlreichen Medienberichten und auch Stellungnahmen von Rettungsdiensten werden viele Gründe erwähnt, welche gegen ICE Notfallnummern sprechen.

  • Um zu erfahren, wen man vor sich hat und wer benachrichtigt werden soll, fragen Sie als Hilfeleistender den Patienten direkt.
  • Ist der Patient nicht mehr ansprechbar, so hat die Erstversorgung, das Aufrechterhalten der Vitalfunktionen und ggf. die Absicherung der Unfallstelle absolute Priorität. Die Suche nach Angehörigen ist hier definitiv fehl am Platz.
  • Weiter wird unter keinen Umständen eine solche Mitteilung per Telefon an Angehörige gemacht, denn Sie verunsichern diese möglicherweise unnötig.
  • Solange die Identität des Patienten nicht restlos geklärt ist, wird niemand informiert.
  • Auch in der Notfallaufnahme gibt es wichtigeres zu tun als in einem Handy nach ICE Nummern zu suchen, welches möglicherweise noch mit einem Pin geschützt ist.
  • Primär ist es die Aufgabe der Polizei bei verletzten Personen, insbesondere bei Unfällen, immer benachrichtigt werden muss. Diese wird nach Ausweis-dokumenten und nach Nummer suchen die einen Verwandtschaftsgrad aussagen, wie Vater, Mutter, Tochter etc.
  • Nicht jeder kann alle Handytypen auswendig bedienen.

Sinnvolle Alternative wäre der Notfallpass

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Eine sinnvolle Alternative, um eine Person, die man im Notfall kontaktieren soll, zu hinterlegen: Ein einfacher Zettel mit Name, Telefonnummer und ggf. Anschrift.

Einen schönen Vordruck gibt es z.B. hier:
http://daten2.verwaltungsportal.de/dateien/seitengenerator/notfallpass.pdf

Quellen- und Verweise:

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