Einkauf bei “Cyberport” über 499,00€ ist Betrug!


Die Betrugswelle mit täuschend echten PayPal Rechnungen geht weiter: der Name der Firma Cyberport wird derzeit in Betrügermails missbraucht!

In einer weiteren sauber aufgebauten Mail wird der Empfänger über eine Zahlung an Cyberport informiert, welche natürlich nie stattgefunden hat. Auch in dieser Mail wird wieder das weit verbreitete Muster der betrügerischen Rechnungen aufgegriffen, welches wir in den letzten Wochen bereits öfter als Rechnungsmail sichten konnten und welches sehr gefährlich ist und viele Empfänger irritiert. Diese Mails täuschen vor, eine Rechnung zu sein und informiert über eine stattgefundene Transaktion. Dabei bedient sie sich realer Elemente, wie z.B. echt existierenden Verkäufern, Artikeln und auch Summen.

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Der Inhalt dieser Mail im Klartext:

Guten Tag Thomas […],
Sie haben eine Zahlung in Höhe von 499,00 EUR an Cyberport gesendet.
Alle Details zu dieser Zahlung finden Sie in dieser E-Mail.


Verkäufer
Cyberport
service@cyberport.com
Mitteilung an Händler
Sie haben keine Mitteilung eingegeben.

Lieferadresse
Mark Steiger
Peterstr. 45
14033 Berlin
Deutschland
Versanddetails
Der Verkäufer hat noch keine Versanddetails angegeben.

Probleme mit dieser Zahlung?

Bitte klicken Sie auf den nachfolgenden Button, Sie haben anschliessend die Möglichkeit die Zahlung zu stornieren:

Der Name in der angeblichen Lieferadresse ist frei erfunden, der Empfänger dieser Mail soll lediglich verunsichert werden. Dies soll wahrscheinlich den Charakter der “fehlerhaften Transaktion” unterstreichen und somit den (erfundenen) Fehler plausibler machen.

Das größte Opfer dieser Mail ist jedoch die real existierende Cyberport. Diese hat mit der Mail rein gar nichts zu tun und es hat auch keinerlei Transaktionen gegeben. Daher raten wir dazu: die Mail mit dem Titel “Bestätigung Ihrer Zahlung an Cyberport“  und dem Rechnungsbetrag von 499,00 € gehört direkt gelöscht! Wir raten den Empfängern dieser Mail davon ab, bei der Firma Cyberport anzurufen, damit blockiert man im Höchstfall zu Lasten der Firma die Kommunikationswege.

An dieser Stelle aufgrund dieser vielen Elemente die Wiederholung: diese Mail ist eine Fälschung!

Phishing

Eine erste Stolperfalle für diese Mail gibt es nun, wenn man den eingefügten Link zur Stornierung aufruft: eine aktualisierte Schutzsoftware zeigt in diesem Moment eine entsprechende Warnung.

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Ohne Schutzmechanismen spielt der Phishingvorgang seine bis dato überzeugend wirkende Masche weiter ab und lässt den Empfänger in Richtung falle tappen. Es öffnet sich eine Seite mit folgender Adresse: “tp21298677-pp2015765.pw”.

Diese fingierte Seite setzt den angegebenen Betrugsweg fort und zeigt eine Mitteilung, die sich auf den Inhalt der Mail bezieht und glaubhaft eine Stornierung darstellt.

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In ausführlicher Weise wird der Besucher über die Stornierung informiert und somit ein eine Pseudosicherheit aufgebaut. Dieser Phishingvorgang fällt nicht sofort mit Login-Formularen auf den Besucher, sondern konzentriert sich zunächst auf die Schaffung einer Vertrauensbasis.

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Wer nun an dieser Stelle meint, alle Daten geprüft zu haben und sich auf eine “Stornierung” einlässt, wird in die eigentliche Falle geleitet. Ein Loginbildschirm wartet, in dessen Formularfelder man Daten eingeben soll.

Man muss deutlich sagen: hier wurde mit einem hohen Maß an Details gearbeitet, um dem Empfänger eine vertrauenswürdige Umgebung zu erstellen.

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Was nun geschieht, ist der normale Ablauf. Anmeldedaten, Adressdaten und Bankdaten werden erhoben. Natürlich ist das eine Falle – die angegebenen Daten landen direkt in einer Betrügerdatenbank. Ebenso wird versucht, mit einer authentisch klingenden Mail den Besucher in Sicherheit zu wiegen. Die dargestellten Felder sollen nun verleiten, die eigenen Daten dort einzugeben, welche jedoch direkt in einer Betrügerdatenbank landen.

Allgemeine Phishingwarnung:

  • Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich so auszusehen, als stammen sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit diesen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- Kreditkarten oder sonstige Zahldaten.
  • Die eigentliche “Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung, sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche mit Individualität glänzten: die konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personaldaten an.
  • Man kann jedoch generell beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
  • Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
  • Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten sogar bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.
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Autor

Andre Wolf, Mitarbeiter bei „Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch". Nach mehreren Semestern Theologiestudium und einigen Jahren Berufserfahrung als Verantwortlicher für Medien und Kommunikation ist nun die Analyse von Internetinhalten, speziell der sozialen Medien Wolfs Fachgebiet.


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