Der Blick ins Wohnzimmer: IP-Cameras, wie Modelle von Aldi, senden ungeschützt!


In das Wohnzimmer, vor die Haustür, in das Kinderzimmer: ungesicherte Kameras liefern wildfremden Menschen Einblicke!

IP-Cams sind schon eine tolle und günstige Sache: Sie sind ziemlich einfach anzubringen, einfach zu bedienen und halten auch recht lange. Wer also seinen Garten, seinen Laden, das Kinderzimmer oder bestimmte Räume überwachen möchte, greift gerne zu dieser Überwachungsmöglichkeit. IP-Cams übertragen ihre Bilder über das Netzwerk, also LAN oder auch WLAN (je nach Gerät). Damit kann man sie auch dort anbringen, wo nur Strom, aber kein Netzwerkkabel liegt. Es gibt auch PoE-Cams, die bringgt man da an, wo kein Storm, aber ein Netzwerkkabel liegt (nur zur Info) Jeder Rechner, der nun in dem Netzwerk angeschlossen ist, kann also die Bilder aus der Kamera sehen, vorausgesetzt man kennt die IP-Adresse der Kamera und auch das Passwort. So zumindest der Optimalfall.

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Dabei ist ebenfalls zu empfehlen, dass man auch die Zugangsdaten dementsprechend einrichtet und nicht auf den Werkseinstellungen belässt, da diese für wirklich jeden herauszufinden sind: jeder Hersteller gibt logischerweise in der Betriebsanleitung das die Werkseinstellungen preis. Muss auch sein. Ebenso weist auch jeder Hersteller darauf hin, dass diese Einstellungen dringend geändert werden müssen.


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Problemfall IP-Cam

Doch nun wird es ein wenig komplizierter: diese Kameras haben naturgemäß auch die Möglichkeit, dass man aus der Ferne auf sie zugreifen kann. Also nicht nur über das eigene Netzwerk zuhause, sondern über das ganze Internet. Mit Hilfe der entsprechenden Einstellungen im Setup, sowie der Angabe des Ports in der öffentlichen IP-Adresse, kann man nun bequem über den Browser von überall aus mal schnell einen Blick auf die Bilder der Kamera setzen. Wer nun eine feste IP hat, wie oftmals in Betrieben üblich, kann also immer über denselben Link seine Überwachungskamera anschauen. Der Sinn liegt ja darin, dass man von unterwegs aus den überwachenden Blick auf eine Stelle mit Hilfe des eigenen Smartfons hat.

Das ist aber auch gleichzeitig der Unsinn dieser Kameras Und wenn diese Kamera nun ungenügend gesichert ist, dann kann das jeder machen!

Wecke den Voyeur in Dir!

Und das sind keine Einzelfälle, sondern hunderte von Kameras. Es gibt ganze Portale, auf denen die Kameras sortiert nach Herkunft, Fabrikat oder dargestellter Umwelt sortiert sind. Von öffentlichen Webcams bis hin zu unfreiwillig offenen Überwachungskameras alles dabei. Man muss sich im Klaren sein: seit Jahren werden schon auf pastebin Links zu solchen Kameras fleißig geteilt.

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Viele Betreiber solcher Kameras wissen gar nicht, dass sie im Grunde ein offenes Scheunentor betreiben. Gerade dann, wenn man eine Kamera ohne großes Wissen um ihre Technik angebracht hat und keinerlei Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat. Schlimmer noch: manche Betreiber haben so dermaßen unsichere Kameras, dass man sogar in die Einstellungen eingreifen könnte und fröhlich vor sich hin ändern könnte.

Unwissenheit, Fahrlässigkeit, Herstellerfehler?

Hier kommen nun viele Gründe zusammen, warum IP-Cams so einfach öffentlich einsehbar sind. Die vermeintliche Sicherheit, welche man sich durch diese Kameras erhofft, schlagen hier ins Gegenteil um! Beobachter wissen, wann man einen Ort verlässt oder wie ein Ort gesichert ist. Da viele Betreiber unfreiwillig einen Stream frei im Netz übertragen, wissen sie oftmals gar nicht, dass sie beobachtet werden. Oftmals sind sich diese Menschen gar nicht im klaren darüber, dass ihre Kamera fröhlich sendet.

Ein zweites Problem ist aber auch, dass sich so Mancher bewusst ist, dass die eigene Kamera in das Netz streamen kann, ja vielleicht sogar diese Funktion im Zuge der Fernüberwachung nutzt, jedoch entweder nicht in der Lage ist, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen oder einfach keine Lust hat, diese Vorkehrungen zu treffen.

Und ganz fatal ist es, wenn die Kameras vom Werk aus fehlerhafte Sicherheitseinstellungen aufweisen. So warnte vor wenigen tagen Heise unter dem Titel “IP-Kameras von Aldi als Sicherheits-GAU” bereits:

Unbefugte könnten über das Internet auf das Kamerabild zugreifen und sogar den Ton anzapfen. Zudem verraten die Geräte unter anderem die Passwörter für WLAN, E-Mail und FTP-Zugang ihres Besitzers.

Das sind fatale Lücken! Hier ist der Betreiber gefragt, diese Lücken umgehend zu schließen, da man selbst für den Stream verantwortlich ist, den man in das Netz lädt.

Juristisch problematisch

Man darf nicht vergessen: wer eine IP-Kamera betreibt, die öffentlich sichtbar ist und die ohne weitere Eingabe von Nutzername und Passwort einen Stream startet, der streamt öffentlich. Man ist quasi ein Uploader und dementsprechend auch für den Inhalt verantwortlich. An dieser Stelle eröffnen sich große Probleme, da so manche unfreiwillig streamende Kamera gegen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte verstößt. Der Garten vom Nachbarn, der zahlende Kunde, die klingelnden Gäste vor der Tür: diese Menschen erscheinen natürlich im Stream, ohne es zu wollen.

Bitte kontrolliert Eure Kameras!

Wir bitten inständig alle Betreiber von IP-Kameras: kontrolliert die Sicherheitseinstellungen! In den Handbüchern ist der jeweiligen Modelle sind die Einstellungsmöglichkeiten beschrieben. Wer sich unsicher ist, sollte zumindest einen Fachmann vor Ort aufsuchen (Computerfachhändler sind da meist passende Ansprechpartner). Wenn fremde Personen ohne Eingabe von Nutzername und Passwort au eine Kamera zugreifen können, seid ihr selbst dafür verantwortlich!

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