Betrug über Mitleidsmasche: “Ich habe einen Hirntumor bin ich zum Tod verurteilt”


Traurige Bilder, mitleiderregende Geschichten, harte Schicksale: Betrügern und Scammern ist kein mittel zu pietätlos, um mit ihren Betrugsmaschen Aufmerksamkeit zu bekommen. Ganz neu und vielfach lesbar: die todkranke und überreiche Ilse!


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Mit Statusbeiträgen wie diesen hier drücken Betrüger gewaltig auf die Mitleidsdüse, erwecken mit ihren Inhalten aber auch gleichzeitig die Gier der Menschen:

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Der Inhalt dieser Statusmeldung lautet im barrierefreien Klartext:

Spende von meinem Geld. Ich bin PCHOWETZ ILSE ich krank bin, ich leide an einer schweren Krankheit, ich habe einen Hirntumor bin ich zum Tod verurteilt und ich habe ein Vermögen von 1.256.000 Euro und ich möchte eine Spende ist eine Person des Vertrauens und ehrlich, damit es gut nutzen sollten. Ich bin Inhaber einer Firma für die Einfuhr von Holz in Frankreich, und ich verlor mein Mann seit 6 Jahren, die mich sehr betroffen und ich konnte mich bisher nicht verheiraten, wir hatten keine Kinder. Ich möchte dieses Betrags vor meinem Tod seit meiner Tage seine gezählten weil Spenden diese Krankheit zu dem was ich ist wurde eine Heilmittel aber eine beruhigende in Frankreich, schließlich ich wissen möchte, ob jemand Interesse an diesem Geschenk ist. Hier ist meine e-Mail-Adresse: pchowet[…]gmail.com

Die krasse Glaubensgeschichte der armen Ilse Pchowetz geht sogar noch krasser … und pietätloser: es gibt die gleiche Statusmeldung auch mit einem Bild! Angeblich sei das hier Ilse:

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Besonders dreist und widerlich!

Bei der rechtsseitig abgebildeten Frau handelt es sich um die 2008 verstorbene Chantal Sébire, die an einem Ästhesioneuroblastom, einer äußerst seltenen Tumorerkrankung, litt. Bekannt wurde Sébire, da sie sich öffentlich dafür einsetzte Sterbehilfe empfangen zu dürfen und dies auch vor Gericht versuchte einzuklagen. [1]

Umso pietätloser ist es nun, wenn Betrüger mit ihren Bildern Scam betreiben.

Scam – was ist das?

Über diese Art des Betruges schreibt Watchlist-Internet:

Das Muster dieser Art von Verbrechen ist immer gleich: Eine unbekannte, dem Inhalt der E-Mails zu schließen nach religiöse Person aus einer armen Region der Welt verfügt angeblich über einen hohen Millionen-Dollar-Betrag. Er steht in Zusammenhang mit Todschlag, Krieg oder persönlichen Schicksalsschlägen. Der/die Empfänger/in des Schreibens soll dabei helfen, das Geld spenden oder erben zu können. Dafür muss zunächst einmal auf das Schreiben reagiert werden. Was als Antwort kommt, hat die Watchlist Internet in einem Selbsttest erfahren. Die Reaktion dürfte bei vergleichbaren Betrugsversuchen ident sein.

Das Ziel der Betrüger ist immer der Kontaktaufbau. In einem regen Schriftwechsel über einen längeren Zeitraum wird ein gewisses Vertrauensverhältnis gebildet: das “Opfer” bekommt immer mehr das Gefühl, dass die Story des Betrügers echt ist. Bevor es am Ende dann zu der angeblichen Auszahlung kommt, muss das Opfer immer irgendeinen Vorschuss leisten. Angebliche Bankgebühren, Zollgebüren, Steuern etc. Man kann sich bei der hier beschriebenen Variante gut vorstellen, dass das Opfer am Ende irgendwelche Erbschaftssteuern zahlen soll, bevor es den Betrag gibt.

Wenn die Opfer den Geldbetrag im voraus entrichtet haben, ist der Kontakt abgerissen. Das Ziel der Betrüger ist erreicht, das versprochene Geld hat ja eh nie existiert.

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Autor

Andre Wolf, Mitarbeiter bei „Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch". Nach mehreren Semestern Theologiestudium und einigen Jahren Berufserfahrung als Verantwortlicher für Medien und Kommunikation ist nun die Analyse von Internetinhalten, speziell der sozialen Medien Wolfs Fachgebiet.


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