“Am Samstag treffen sich potenzielle Vergewaltiger” – Was ist da los?


Innerhalb von nur wenigen Stunden zog sich diese Meldung durch einen Menge Medien: „Let’s make rape legal.“ Und am Samstag sollen die Treffen weltweit losgehen.

Klingt nach Wahnsinn, klingt alarmierend und ist ganz sicher einen Blick auf die Hintergründe wert. Denn hier gibt es Widersprüche!

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Zunächst:  Roosh V. „Pick Up Artist“

“Pick Up Artists”sehen sich selbst in erster  Linie völlig als “Flirt-Trainer”, banal gesagt als machomäßige “Aufreißerkönige”. In der Grundintention steckt zunächst kein Gewalt- oder Vergewaltigungsszenario, jedoch ist das Frauenbild, welches in dieser Bewegung steckt, sehr streitbar und auch oftmals frauenverachtend. Frauen sind “Beute” und “Ziele”. Die Seminare, welche Anhänger der Szene wie z.B. der ebenso umstrittene Julien Blanc geben, stoßen immer auf heftigen Widerstand. Das geht so weit, dass einige extreme Positionen Vergewaltigungen durchaus als legitim ansehen.


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Roosh V. (Daryush Valizadeh) gehört ebenso dieser Szene an und bloggt unter anderem “Pickup Tips” . Einer seiner Artikel trägt den Namen “How To Stop Rape” und ist nicht ganz unwichtig in dieser Diskussion: in diesem Artikel vom Februar 2015 beschreibt er, dass die Legalisierung von Vergewaltigungen auf privatem Boden das Problem lösen würde. Dieser Artikel hat ihn nun wieder eingeholt, so dass Roosh V. sich gestern dazu äußerte:

Seiner Ansicht nach war das nur Satire, er beschwört, dass weder er noch seine Anhänger Vergewaltigungen legalisieren wollen würden. Inwiefern nun diese Aussage zutrifft oder lediglich eine Schutzbehauptung ist, das lässt sich schwer beurteilen. Wir tendieren jedoch dazu, dass er sich hier im Nachhinein rechtfertigen will und das der Artikel wohl ursprünglich weniger als Satire gedacht war. Zumindest hat er dieses Statement er ein Jahr nach der Veröffentlichung seines Artikels gebracht.

Das “weltweite Treffen”

Auch hier findet man dazu in Rooshs Blog den entsprechenden Eintrag: unter dem Titel “Full City Listing And Meeting Points For International Meetup Day On February 6” bekommt man zu lesen, dass sich die weltweiten Pickup-Anhänger in 43 Ländern an 165 Orten im Geheimen treffen. Mit Geheimwort und allem Pipapo.

To identify your fellow tribesmen, ask the following question to a man you suspect is there for the meetup: “Do you know where I can find a pet shop?” If you are asked this question, answer in the affirmative: “Yes, it’s right here.

Dass es sich hier jedoch um Massenübergriffe handeln soll, ist mit keinem Wort beschrieben. Ebenso gibt es auch keinen Bezug auf den Artikel “How To Stop Rape” aus dem Februar 2015. Den Grund für diese weltweiten Treffen gab Roosh am 6. Januar 2016 unter dem Titel ”International Tribal Meetup Day: February 6, 2016” zu lesen:

On February 6, 2016 at 8PM, readers of Return Of Kings, Roosh V Forum, and my blog will have the opportunity to meet other like-minded men in their cities.

Animiert von einer Zuschrift aus Deutschland, in der ihm zugetragen wurde, dass ein deutscher Anhänger aufgrund von Flüchtlingen mittlerweile Angst habe, im Dunkel auf die Strasse zu gehen, kam Roosh die Idee in den Kopf, weltweit kleine Männerclubs zu bilden, die er als “Tribes” (Stämme) bezeichnet. Interessanterweise bezeichnet er den Ursprung seiner Idee als Reaktion auf eine Besorgnis:

I’m in touch with a German man whose small city is currently the site of a government-sponsored relocation program for Afro-Islamists. He stated to me that his city has become more unsafe after dark and he’s starting to feel like a prisoner in his own home, especially since he does not have friendships there with men who are against the immigrant invasion.

Ein Deutscher, mit dem er in Kontakt stünde, ließ diese Idee in ihm entstehen, weil dieser Angst vor Flüchtlingen habe und sich dieser wie ein Gefangener im eigenen Land fühle, wenn er sich alleine bewege. Daher nun die Bildung der Männergruppen, der “Stämme”. Die Männer sollen sich innerhalb ihres Stammes gegenseitig unterstützen und freundschaftlich zueinander stehen:

The atmosphere will be relaxed and you’ll be able to talk about women, politics, travel, work, or whatever else interests you.

Es klingt aus dem Text von Roosh wie ein Männerkaffeeklatsch, man muss jedoch deutlich sagen: hier fällt nirgends der Hinweis auf Vergewaltigungen!

Die Treffen am 6. Februar

In einem Artikel vom 29. Januar wird dort nochmals geschrieben, dass Frauen bei diesen Meetings mehr als unerwünscht sind. Unter dem Titel “Frequently Asked Questions For International Meetup Day On February 6” bekommt man zu lesen:

Here are answers to several questions I’ve received about the meetup: Q: Can I bring a female friend, girlfriend, lover, or wife? A: Absolutely not. This meeting is for heterosexual men only. Q: Can I come if I’m a homosexual or transsexual? A: No. This is a meeting for heterosexual men only. Q: What should we do if a pretty girl shows up and begs to be a fly on the wall? A: Get her number and then tell her to buzz off. Do not allow women to attend the meeting.

 

Wie kommt es nun zustande, dass Medien davon berichten, es würde zu Übergriffen kommen können?

Diese Warnungen stammen aus sozialen Medien, hauptsächlich von Twitter. So schreibt ein Account:

haltet euch am samstag von den aufgelisteten orten fern, das ist wo die widerlinge von Make Rape Legal sein werden

Ein anderer Account warnt: “Passt bitte auf euch aufimage Aufgrund der frauenverachtenden Darstellungsweisen durch Roosh kommen hier nun viele Punkte zusammen. Durch seinen bereits oben angeführten Text gilt er gemeinhin als Vergewaltigungslegitimierungsbefürworter. Nun ruft er sogar noch dazu auf, dass Männer sich weltweit (interessanterweise zum Schutz vor Flüchtlingen) in kleinen Stämmen zusammenschließen sollen.

Angst vor Übergriffen durch Pickup-Fans?

Dies scheint bis dato ein Medienphänomen zu sein, da es nirgend explizit einen Aufruf dazu gibt, Frauen am 6. Februar zu verfolgen und gar zu vergewaltigen. Wir gehen auch eher davon aus, dass es keine Übergriffe geben wird. Dennoch sind seine Thesen und Einstellungen sehr streitbar, man kann teilweise das Gefühl bekommen, er provoziert absichtlich, um seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Seine Thesen sind zweifelhaft, seine Ansichten ebenso. Jegliche Art von Protest dagegen wirkt einleuchtend, es gab mittlerweile auch schon DDoS Attacken auf seinen Server. Auf seinem Twitteraccount ist zum Beispiel auch jüngst ein Tweet aufgetaucht, in dem er sich über die Deutschen lustig macht, weil man hier landesweite Proteste gegen ihn anzettelt, während man von “invasierende Migranten” vergewaltigt werde.

Weiterführend: die treffen wurden abgesagt!

Update vom  “Auf “Frauenjagd” gehen”, so konnte man Beschreibungen dieser Treffen durch Medien lesen, wurde nun abgesagt. >> Hier lesen <<

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Autor

Andre Wolf, Mitarbeiter bei „Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch". Nach mehreren Semestern Theologiestudium und einigen Jahren Berufserfahrung als Verantwortlicher für Medien und Kommunikation ist nun die Analyse von Internetinhalten, speziell der sozialen Medien Wolfs Fachgebiet.


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